Kugel-Porträt: Meine Veteranen

Vintage pur: 1972 auf einem Camping-Platz in Spanien gekauft

Sehr lange her: Im Sommer 1972 kaufte mein Vater zwei Satz Boule-Kugeln auf einem Camping-Platz in Spanien. Ich und mein Bruder ballerten damit rum, angeleitet von Franzosen, Spaniern und Holländern.

Während der Heimreise im Ford 17M erklärte mein Vater: Wir sollten Boule spielen, um unser Französisch zu verbessern. Auf der Rückbank spulten ich und mein Bruder die neu gelernten Vokabeln runter, alle aber nur Schimpfworte und Flüche. La vache!

Egal. Mit den alten Kugeln spiele ich manchmal noch im Hofgarten. Was dabei auffiel: Sie lassen sich nicht mit einem Kugelmagneten aufheben, sind daher aus einem anderen Metall als Eisen gefertigt.

Was bedeutet die „Härte“ einer Boule-Kugel?

Turnierkugeln müssen mehrere Eigenschaften besitzen, die von den nationalen Verbänden festgelegt wurden. Dazu zählen der Durchmesser (70,5 bis 80 mm), das Gewicht (650 bis 800 g) sowie die vom Hersteller vorgegebene Härte. Deren Wert liegt zwischen 110 und 150.

Die meisten Schießer wählen weiche Kugeln mit Härte 110 bis 120, während Leger lieber mit Härte 130 bis 140 spielen.

Der Grund: Je weicher eine Kugel ist, umso geringer der Abprall beim Schießen einer anderen Kugel, auch Rebound-Effekt genannt. Bei häufigem Gebrauch sind weiche Kugeln aber anfälliger für Dellen und Kratzer. Harte Kugeln hingegen gelten als unverwüstlich und kosten auch etwas weniger als die weicheren Schießer-Kugeln.

So lernt man Petanque

Herbststürme, der Hofgarten und die Floßlände unbespielbar, die Boule-Halle weit, weit entfernt. Jetzt müssen wir uns weiterbilden:

Welche Kugel müsste zu einem passen? Wie trickst man einen Schießer aus? Wie organisiert man ein Boule-Turnier?

Mit diesem Buch über Petanque lernt man Technik und Taktik, aber auch wie man ein eigenes Boule-Tournier organisiert.

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Wie lange hält eine Boule-Kugel?

Allgemeine Antwort:

  • Welche Härte gibt der Hersteller an?
  • Wie häufig wird mit der Kugel geschossen?
  • Wie häufig wird die Kugel selbst geschossen?

Diese gegossene Bronzekugel aus Italien ist erst 6 Wochen alt, hat aber schon reichlich auf die Ohren gekriegt


Schießer bevozugen zumeist weiche Kugeln, die sich schneller abnutzen. Zuerst werden das Hersteller-Logo oder die Code-Nummer unleserlich. Ganz fleißige Schießer bringen einen Satz Kugeln in weniger als zwei Jahren „durch“.

Leger nehmen lieber harte Kugeln, die unverwüstlichen. Und die halten lange, sehr lange.

Probleme mit dem Weltmarktführer

Der Marktanteil des französischen Herstellers Obut an den Turnierkugeln weltweit wird auf etwa 80 % geschätzt. Leider sind die beliebten Boule-Kugeln nur in wenigen Riffelungen erhältlich.

Eine Boule Bleue (l.) wurde nachlackiert, Frau D. hat signiert und Hellgrün kommt immer gut


Die Folge: Wenn mehrere Spieler mit Kugeln von Obut werfen, kann es schwierig werden, die Schützen klar zu unterscheiden.

Die Lösung: Man nehme Nagellack oder einen wasserfesten Edding und bemale die eigenen Kugeln so, dass man sie garantiert schnell erkennt. So einfach ist das.

Wo in München kriegt man Boule-Zubehör?

Ein richtiges Boule-Fachgeschäft mit riesiger Auswahl und solider Beratung sucht man in München leider vergebens. Trotzdem ist die Lage nicht aussichtslos. Rund um den Stachus wird man gleich dreimal fündig:

  • Der Obletter, eine Tochter der Drogeriekette Müller, verkauft Spielzeug auf zwei Etagen. Im Untergeschoss findet man Boule-Kugeln für Freizeitspieler.
  • Beim Karstadt-Sport gegenüber gibt es vor allem im Sommer auch Boule-Kugeln für Freizeitspieler.
  • Im Untergeschoss des Stachus hat die französische Sportartikel-Kette Decathlon eine Filiale, in der man Boule-Kugeln gleich mitnimmt oder sie online bestellen und dort abholen kann.

Wer etwas Geduld hat, wartet auf das Hofgartenturnier im Juli. Hier trifft man Fachhändler mit einem umfassenden Sortiment an Boule-Kugeln und Zubehör.

Die richtige Boule-Kugel

Bei der richtigen Boule-Kugel kommt es zuerst auf den Durchmesser an. Zum Wettkampf sind Größen zwischen 70,5 mm und 80 mm zugelassen. Freizeitkugeln haben einen Durchmesser von 73 mm, der zu den meisten Spielern passt. Ihr Gewicht liegt um die 700 g, da offiziell nur Kugeln von 650 g bis 800 g akzeptiert sind. Als Faustregel gilt: Schießer sollten leichtere Kugeln unter 700 g, ein Leger hingen etwas schwerere Varianten bevorzugen.

Auch bei der Härte gibt es Unterschiede: Für Schießer eignen sich die weichen Kugeln, während Leger härtere Modelle wählen. Die Härte wirkt sich auch auf die Lebensdauer einer Boule-Kugel aus: Auf weichen Kugeln werden das Herstellerzeichen, das Gewicht und der Code schnell unleserlich. Die harten Kugeln gelten als unverwüstlich,

Beim Material kann man zwischen Karbonstahl und Edelstahl wählen. Die preisgünstigen Karbonkugeln können schnell rosten, solange man sie nicht pflegt und ölt. Viele Spieler mögen aber die raue Oberfläche, da sie ein besseres Wurfgefühl vermittelt. Kugeln aus Edelstahl – oder Inox – sind etwas teurer und kommen dafür fast ohne Pflege aus.

Durch mehr als 40 Riffelungen leicht zu unterscheiden: Die Kugeln von Boule Bleue


Ein wesentliches äußeres Merkmal ist die Riffelung einer Kugel. Der französische Hersteller Boule Bleue führt über 40 Riffelungen im Sortiment, an der sich die eigene Kugel aus der Entfernung schnell erkennen lässt. Es hat sich jedoch eingebürgert, dass die meisten Schießer mit Edelstahlkugeln ohne jegliche Riffelung spielen.

Wer liefert Boule-Kugeln?

Mit einem Marktanteil von 80 % ist Obut der größte Hersteller von Turnierkugeln weltweit. Das Unternehmen aus St-Bonnet-le-Château an der Loire ist vor allem durch Übernahmen so groß geworden, darunter Okaro oder JB Petanque. Nur: Es gibt nur genz wenige Riffelungen. Da so viele Spieler mit Kugeln von Obut spielen, sind sie manchmal schwer zu unterscheiden

Mit über 40 Riffelungen bietet Boule Bleue ganz unterschiedliche Kugeln an, die sich vom Rest des Feldes deutlich unterscheiden. Das Unternehmen aus der Nähe von Marseille wurde 1903 gegründet und ist damit der älteste Hersteller von Boule-Kugeln der Welt.

Noch recht jung, aber längst eine hochwertige Marke: MS Petanque


Recht jung hingegen ist MS Petanque von 1995. Das Unternehmen verfügt über besonderes Knowhow in der CNC-Produktion und legt Wert auf die Tatsache, dass alle Kugeln in Frankreich produziert werden.

Sieht man nicht so oft, die Kugeln von La Franc


Aus Thailand stammen die Boule-Kugeln von La Franc, die 1962 vom französischen Petanque-Verband zum Wettkampf zugelassen wurden.

Unter der Eigenmarke Geologic bietet die französche Sportartikelkette Decathlon auch Boule-Kugeln im mittleren Preissegment an. Auch diese Kugeln dürften aus Fernost stammen.

Sehr hochwertig kommen die Kugeln von KTK Petanque, erhältlich ab 150 Euro. Die recht auffälligen Kugeln sind in mehreren Reihen erhältlich und werden durch französiche Top-Spieler beworben.

Was Boule-Kugeln kosten

5 bis 25 Euro

Ein Dreiersatz dieser Freizeitkugeln eignet sich vor allem für Spieler, die nur selten Zeit zum Petanque haben oder unschlüssig sind, ob sie in Zukunft öfter spielen möchten. Die Kugeln haben einen Durchmesser von 73 mm und wiegen 700 g.

Die halten noch lange: In den 70ern in Spanien gekauft


30 bis 80 Euro

Solide Freizeitkugeln, zum Teil auch für Turniere zugelassen. Dafür müssen der Name des Herstellers, das Gewicht und eine Codenummer eingraviert sein, damit die Kugeln nicht verwechselt werden.

90 bis 150 Euro

Turnierkugeln der großen Hersteller, große Auswahl an Gewicht und Durchmesser. Erhältlich in Edelstahl oder Karbonstahl, der auch rosten kann, sowie mit unterschiedlichen Riffelungen und Härten für Schießer und Leger.

150 bis 250 Euro

Die Oberklasse der Boule-Kugeln, ein Dreiersatz wird oft im Holzkoffer oder mit persönlicher Gravur ausgeliefert.