So lernt man Petanque

Herbststürme, der Hofgarten und die Floßlände unbespielbar, die Boule-Halle weit, weit entfernt. Jetzt müssen wir uns weiterbilden:

Welche Kugel müsste zu einem passen? Wie trickst man einen Schießer aus? Wie organisiert man ein Boule-Turnier?

Mit diesem Buch über Petanque lernt man Technik und Taktik, aber auch wie man ein eigenes Boule-Tournier organisiert.

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Drei Tipps für Anfänger

  • Französisches Sprichwort: „Arm gerade, Kugel egal. Arm nicht gerade, Kugel egal.“ Kurz: Senke die Schulter deines Wurfarms, das wirkt.
  • Sprichwort 2: „Boule devant, boule d’argent.“ Eine Kugel vor der Sau ist Gold wert, also lieber zu kurz legen als zu lang.
  • Stehe auf Höhe der Sau! Vom Wurfkreis sieht das Bild ganz anders aus als vorn. Wenn vom Kreis etwas unsicher gefragt wird: „Wer hat den Punkt?“, dann weißt du, dass du vorne besser informiert bist.

Die richtige Boule-Kugel

Bei der richtigen Boule-Kugel kommt es zuerst auf den Durchmesser an. Zum Wettkampf sind Größen zwischen 70,5 mm und 80 mm zugelassen. Freizeitkugeln haben einen Durchmesser von 73 mm, der zu den meisten Spielern passt. Ihr Gewicht liegt um die 700 g, da offiziell nur Kugeln von 650 g bis 800 g akzeptiert sind. Als Faustregel gilt: Schießer sollten leichtere Kugeln unter 700 g, ein Leger hingen etwas schwerere Varianten bevorzugen.

Auch bei der Härte gibt es Unterschiede: Für Schießer eignen sich die weichen Kugeln, während Leger härtere Modelle wählen. Die Härte wirkt sich auch auf die Lebensdauer einer Boule-Kugel aus: Auf weichen Kugeln werden das Herstellerzeichen, das Gewicht und der Code schnell unleserlich. Die harten Kugeln gelten als unverwüstlich,

Beim Material kann man zwischen Karbonstahl und Edelstahl wählen. Die preisgünstigen Karbonkugeln können schnell rosten, solange man sie nicht pflegt und ölt. Viele Spieler mögen aber die raue Oberfläche, da sie ein besseres Wurfgefühl vermittelt. Kugeln aus Edelstahl – oder Inox – sind etwas teurer und kommen dafür fast ohne Pflege aus.

Durch mehr als 40 Riffelungen leicht zu unterscheiden: Die Kugeln von Boule Bleue


Ein wesentliches äußeres Merkmal ist die Riffelung einer Kugel. Der französische Hersteller Boule Bleue führt über 40 Riffelungen im Sortiment, an der sich die eigene Kugel aus der Entfernung schnell erkennen lässt. Es hat sich jedoch eingebürgert, dass die meisten Schießer mit Edelstahlkugeln ohne jegliche Riffelung spielen.

Was Boule-Kugeln kosten

5 bis 25 Euro

Ein Dreiersatz dieser Freizeitkugeln eignet sich vor allem für Spieler, die nur selten Zeit zum Petanque haben oder unschlüssig sind, ob sie in Zukunft öfter spielen möchten. Die Kugeln haben einen Durchmesser von 73 mm und wiegen 700 g.

Die halten noch lange: In den 70ern in Spanien gekauft


30 bis 80 Euro

Solide Freizeitkugeln, zum Teil auch für Turniere zugelassen. Dafür müssen der Name des Herstellers, das Gewicht und eine Codenummer eingraviert sein, damit die Kugeln nicht verwechselt werden.

90 bis 150 Euro

Turnierkugeln der großen Hersteller, große Auswahl an Gewicht und Durchmesser. Erhältlich in Edelstahl oder Karbonstahl, der auch rosten kann, sowie mit unterschiedlichen Riffelungen und Härten für Schießer und Leger.

150 bis 250 Euro

Die Oberklasse der Boule-Kugeln, ein Dreiersatz wird oft im Holzkoffer oder mit persönlicher Gravur ausgeliefert.

Nützliches Zubehör

Eine Zielkugel oder „Sau“ geht schnell verloren

Eine „Sau“ kann man nie zu viel haben. In der Praxis geht kein Gegenstand so schnell verloren wie eine Zielkugel. Grund genug, um mehrere in Reserve zu haben. Eine zum Turnier zugelassene Zielkugel muss einen Durchmesser von 30 mm haben und nicht mehr als 18 Gramm wiegen. Eine „Sau“ darf aus Holz, vorzugsweise Buchsbaum, oder Kunststoff sein. In der dunklen Jahreszeit sind neonbunte Zielkugeln sehr beliebt, die auch aus der Entfernung gut zu erkennen sind.

In den offiziellen Boule-Regeln ist auch der Abwurfkreis erwähnt, dessen Innenmaß 50 cm betragen muss. Auch faltbare Wurkreise sind erlaubt, sie müssen sogar verwendet werden, wenn eine Mannschaft sie anbietet.

Für den Zweifelsfall, welche Kugel gerade den „Punkt“ hat, sollte mindestens ein Spieler ein Messgerät dabei haben. Es kann sich um einen Zollstock handeln, ein Bandmaß oder einen Zirkel. Eine Tirette aus Holz oder Aluminium verfügt über eine 10 cm lange Messzunge, die an die fraglichen Kugeln angelegt wird.

Sehr praktisch, aber nicht vorgeschrieben ist ein Kugelmagnet an einer Schnur. Damit kann man Boule-Kugeln ohne Bücken aufheben. Wenn eine Partie über mehrere Stunden geht, für viele eine willkommene Erleichterung.

Als Gedächtnisstütze dient oft auch ein Punktezähler. Mit zwei Einstellrädern lässt sich der aktuelle Punktstand beider Mannschaften einstellen. Erhältlich sind diese Zähler aus Metall oder als Schlüsselanhänger aus Leder.

Recht oft sieht man auch Spieler, die mit einem langen, spitzen Gegenstand aus Holz oder Metall den Wurfkreis ziehen. Sehr sinnvoll, denn bei langen Partien lassen sich damit die Schuhe schonen, mit denen der Wurfkreis normalerweise gezogen wird. Noch etwas: Ein Lappen für alles Mögliche sollte in keiner Boule-Tasche fehlen. Es schadet auch nicht, einen Klappstuhl und ein Kellnermesser dabei zu haben.