Das erste Turnier der Gaudikugelschubser

Super-Wetter und Super-Stimmung: Das erste Turnier der Gaudikugelschubser hat allen viel Spaß gebracht.

Zehn Mannschaften waren angetreten, vier schafften es ins Halbfinale. Die Siegermannschaft erkämpfte ein 13:0. Kurios: Die beiden Finalisten hatten sich in der Vorrunde mit 12:12 getrennt.

Viel Papierarbeit: Hier werden die Siegerurkunden ausgefüllt

Gleich zwei Einladungen

Da boulen wir also ganz normal im Heckenstallerpark. Ein junger Mann radelt vorbei, umkreist unseren Platz, bleibt stehen: „Wollt ihr am Sonntag mit uns am Königsplatz spielen?“

Ein Ehepaar setzt sich auf die Bank. Sehen uns 10 Minuten zu. „Wollen wir spielen? Wir holen unsere Kugeln.“ Sie leben nebenan in Sendling, spielen aber im Hirschgarten.

Kurz: Boule-Spieler finden sich. Und über die neuen Plätze wird hier berichtet.

Turnier der „Gaudikugelschubser“

Diesen Pokal gibt’s beim Turnier zu gewinnen. Foto: Axel Gillmann

Am Sonntag, den 15. Oktober, schließt die Boule-Gruppe von Event-Manager Axel Gillmann die Saison mit einem Turnier ab.

Seit fast drei Jahren spielen die „Gaudikugelschubser“ am Mittwoch und Sonntag im Hofgarten. Beim Turnier stammen die Spielpartner aus dem gleichen Stadtteil, Landkreis oder Bundesland.

Der Gewinner darf sich auf einen Pokal freuen, Verlierer gibt es nicht. Im Startgeld von 10 Euro ist auch das Catering enhalten, jeder darf aber trotzdem etwas mitbringen.

Tete, Doublette, Triplette – oder ganz anders

Zwei gegen zwei Spieler ist optimal: Jeder hat drei Kugeln und nur 3 Mitspieler. Aber es geht auch anders.

3 Spieler: Jeder spielt für sich, bis 13 Punkte erreicht sind

3 Spieler: Einer tritt mit 6 Kugeln gegen 2 Konkurrenten mit je 3 Kugeln an

3 Spieler: Einer tritt mit 4 Kugeln gegen 2 Konkurrenten mit je 2 Kugeln an

5 Spieler: Drei gegen zwei Spieler, jede Mannschaft hat 6 Kugeln

6 Spieler: Jeder Spieler hat 3 Kugeln, anders als beim regulären Triplette mit nur je 2 Kugeln

7 Spieler: Beim „Berliner“ spielen 4 Spieler gegen 3 mit je 8 Kugeln. Im Triplette haben zwei Spieler je 3 und einer 2 Kugeln.

Was ist ein Boulodrome?

Meine Freundin Eva musste kürzlich im Hofgarten lauthals lachen, als ich das Wort „Boulodrome“ brachte. Wieso eigentlich?

Das Boulodrome im oberfränkischen Rehau, Kreis Hof


Ein Boulodrome ist eine abgegrenzte Boule-Fläche mit mindestens 4 x 15 m. Die Begrenzungen dienen als Auslinie. Solche Flächen findet man in Vaterstetten, Pullach oder Landsberg.

Das Gegenteil des Boulodrome ist ein „Terrain Libre“, also ein freies, nicht eingegrenztes Spielfeld. In München gehören dazu der Hofgarten oder die Floßlände.

Probleme mit dem Weltmarktführer

Der Marktanteil des französischen Herstellers Obut an den Turnierkugeln weltweit wird auf etwa 80 % geschätzt. Leider sind die beliebten Boule-Kugeln nur in wenigen Riffelungen erhältlich.

Eine Boule Bleue (l.) wurde nachlackiert, Frau D. hat signiert und Hellgrün kommt immer gut


Die Folge: Wenn mehrere Spieler mit Kugeln von Obut werfen, kann es schwierig werden, die Schützen klar zu unterscheiden.

Die Lösung: Man nehme Nagellack oder einen wasserfesten Edding und bemale die eigenen Kugeln so, dass man sie garantiert schnell erkennt. So einfach ist das.

Nervenstärke oder Zwölferloch?

Passiert oft: Mannschaft A ballert wie blöd, liegt in Führung, uneinholbar. Aber dann: Bei 12 Punkten ist Schicht, nix geht mehr. Ab sofort liefert Mannschaft B Punkt um Punkt – und gewinnt das Spiel.

Ein Franzose aus der 1. Münchner Kugelwurfunion sagte einmal zu mir: „Bis 12:0 hinten werde ich nicht nervös.“ Was meinte er damit?

Kurz: Jeder kennt Spieler mit Vernichtungswillen, Killer-Instinkt, ohne Respekt vor den 11 oder 12 Punkten der anderen Mannschaft. So wie man auch Spieler mit Angst vor dem Sieg kennt, die bei 12 Punkten einbrechen – und verlieren.